Musik und Lyrik 2011

 

Alljährlich locken Musik und Lyrik zahlreiche ZuschauerInnen mit alljährlich größer werdender Erwartungshaltung ans BORG Deutschlandsberg. Am 31.März war das optimistisch klingende Motto des Abends „Mir reicht’s – Wege IN die Krise“.

Beinahe trotzig anmutend, war deutlich spürbar: Hier geht es nicht um Resignation. Ganz im Gegenteil: Hier geht es um ein Kultivieren der schlechten Laune im Tiefpunkt der Krise. Die Tiefen des menschlichen Seins auskostend, halten wir die Krise aus, machen uns in ihr heimisch. Genießen das bei harter Kost aufkeimende Lachen. Ein Blick zum Sitznachbarn/zur Sitznachbarin erleichtert uns: Ja – auch ihnen macht die schlechte Laune Spaß. Befreit lachen wir uns das beklemmende Gefühl von der Seele.

Großartig missmutige Schriftsteller waren unsere Wegweiser in die Krise: Alex Dreppec, Ilma Rakusa und Peter Hammerschlag mit seinem schwer verdaulichen „Krüppellied“ waren ebenso vertreten wie Robert Gernhardt, Wolfgang Bauer, Hans Magnus Enzensberger und Ernst Jandl. Sogar der große Johann Wolfgang von Goethe schaffte es, zur guten, schlechten Laune beizutragen, bösartig – ironisch unterstützt von Gerhard Rühm mit seiner „Hawelka“-Variante des „Erlkönig“.

Die InstrumentalistInnen des Abends präsentierten Großteils Gitarrenmusik – Ergebnisse eines Workshop mit Armin Egger, betreut von Marianne Krobath – und umspielten mit der Schönheit und Anmut ihrer Darbietungen die Texte.

Die Vielfalt der Komponisten war ebenso beeindruckend wie die Leistungen der MusikerInnen: Die Schülerinnen und Schüler des Gitarre-Workshop spielten Werke von Bach und Villa-Lobos über Tarrega und Paganini bis Montreuil, Horton, Langer und Powell. Zwei Absolventen zeigten ihre Verbundenheit mit der Veranstaltung und griffen für einen kurzen Gastauftritt in die Saiten: Paul Loibner (Gitarre) und Lukas Wielandner (Kontrabass).

Gesprochen haben Lisa Dirnberger, Alex Kotschar und Florian Trinkl. Gastauftritte gab es von Direktor Fritz Malli und seinen ehemaligen Schülern Michael Juranitsch und Karl Kogler, der für die Textauswahl verantwortlich zeichnete. Durch den Abend führte Victoria Rainer