Unterstufe am BORG?

Schreiben an die Direktor/innen der NMS im Bezirk:

Die Berichterstattung im Regionalteil der Kleinen Zeitung veranlasst mich, dieses Schreiben zu verfassen.

Die Initiative zur Eröffnung einer Unterstufe in Deutschlandsberg geht nicht vom BORG aus.

Seit vielen Jahren läuft Schulentwicklung bei uns unter der Überschrift „Wir fördern Begabungen“. Den Interessen und Talenten der 14jährigen des Bezirks gerecht werden, ihnen vier Jahre lang das bieten, was sie als junge Erwachsene nach der Matura fit macht - wofür auch immer sie sich entscheiden – dafür steht das BORG.

Seit Jänner 2015 läuft unter Bezugnahme auf die Erfahrungen unserer Schüler/innen eine intensive Diskussion um die Weiterentwicklung unserer autonomen Schwerpunktstruktur. Das Ergebnis: SPORT wird ab dem Schuljahr 2016/17 den Informatik-Zweig ersetzen. Am Tag der offenen Tür werden wir das Konzept des neuen SPORT-Schwerpunkts präsentieren – den Schüler/innen unserer 5. Klassen und allen Interessierten aus den NMS.

Seit Juni 2015 wird die Schule mit dem Wunsch von Eltern von Volksschulkindern konfrontiert, durch die Eröffnung einer Unterstufe vor Ort für eine Alternative zur NMS zu sorgen. Und zwar massiv! Man habe kein Vertrauen in das Konzept der NMS als Nachfolgemodell für die klar strukturierte  „Landhauptschule“ mit ihren Leistungsgruppen. Die Entwicklung sei in die falsche Richtung gegangen. Anstelle mehr zu differenzieren und z.B. auch in Physik, Biologie oder Geographie leistungsorientierte Schüler/innen in eigenen Gruppen zusammen zu fassen und ihrem Lerntempo entsprechend zu unterrichten, werde den NMS ein in der Praxis zum Scheitern verurteiltes Konzept abverlangt.

Der Hinweis, dass dies nicht belegt sei, zumal noch keine Absolvent/innen der NMS des Bezirkes an die höheren Schulen gekommen seien, hatte keine beruhigende Wirkung.

Man überlege die schnellere Zugverbindung zu nützen, Fahrtgemeinschaften zu organisieren und den 10jährigen den Weg an ein Grazer Gymnasium, das verkehrstechnisch günstig liege, zuzumuten.

Seit 50 Jahren existiert eine sehr gute Partnerschaft zwischen unseren Schulen. Unser Miteinander ist getragen von dem Bemühen, den Kindern und Jugendlichen der Region in puncto Bildung optimale  Chancen auf ein gelingendes Leben zu eröffnen. Bisher waren unsere Konzepte erfolgreich, die Eltern haben unseren Angeboten vertraut.

Was tun, wenn sich dies ändert? Wenn, wie im Raum Feldbach, die 10jährigen in großer Zahl nach Fürstenfeld, Gleisdorf oder Leibnitz pendeln. Sie fehlen in den NMS und  in weiterer Folge zum überwiegenden Teil auch in den höheren Schulen der Stadt. Und ihr Potential fehlt in der Region.

Ich zähle auf Ihr Verständnis, dass sich die Leitung des ORG vor diesem Hintergrund einer Elterninitiative, wie sie seit dem Ende des letzten Schuljahres läuft, nicht verschließen kann.

Das hat Fritz Malli nicht getan und das wird auch die künftige Leiterin nicht verantworten wollen.

Mit großem Respekt vor der Arbeit, die Sie und Ihre Lehrer/innen leisten, grüße ich Sie herzlich!

Maria Schönegger