26 März 2026

Handyexperiment

Ein besonderes Experiment wagten Schülerinnen und Schüler des BG/BORG Deutschlandsberg: Im Rahmen der österreichweiten „21 Tage Challenge“ verzichteten insgesamt 60 Jugendliche – vor allem aus den Klassen 2A, 2B und 6A – für drei Wochen freiwillig auf ihr Smartphone.

Als Klassenvorständin Mag. Leitner-Scherz das Projekt erstmals in der 2A-Klasse vorstellte, sorgte dies zuerst für große Aufregung und Neugier. In den darauffolgenden Unterrichtsstunden wurden zahlreiche Fragen gestellt: Wie bleibt man ohne Handy erreichbar? Wie informiert man sich über Zugverspätungen? Was passiert mit meinen Snapchat-Flammen? Trotz anfänglicher Skepsis fassten bald darauf 21 Kinder der Klasse den Entschluss, ihren Alltag für drei Wochen ohne Smartphone meistern zu wollen. Bei der Umsetzung bewiesen sie Kreativität: Einige ließen ihre Handys von den Eltern verwahren, andere griffen bewusst auf ältere Modelle bzw. Klapphandys zurück – eine für viele überraschend „coole“ Alternative.

Der Startschuss fiel am 4. März 2026 während des Skikurses. Angesteckt von der Motivation ihrer Klasse verzichtete auch Mag. Leitner-Scherz in dieser Zeit auf soziale Medien. Ihr Fazit fällt positiv aus: Die ständige Erreichbarkeit sei auch für Erwachsene sehr oft ein Stressfaktor und der bewusste Verzicht helfe, Prioritäten neu zu setzen und zu einem achtsameren Umgang beizutragen.

Auch die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler zeigen, dass das Handyexperiment für alle Beteiligten eine wertvolle und prägende Erfahrung war, die noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Rosalie: „Ich habe mitgemacht, weil ich schon viel Zeit am Handy verbracht habe. Ich habe jetzt mehr gelesen und gehäkelt. Meine Mama hat gesagt, dass ich viel öfter bei ihr war.“

Fabio: „Ich habe sogar meinen ersten Geburtstag ohne Handy gefeiert. Ich war jeden Tag draußen Basketball spielen und habe jeden Abend Zeit mit meiner Familie verbracht.“

Jana: „Ich war durch das Experiment mehr draußen und habe wieder angefangen, Volleyball zu spielen. (…) Ohne Handy ist es einfach viel besser.“

Clemens: „Ich habe besser geschlafen und finde, dass ich auch besser Fußball gespielt habe.“

Lara: „Ich habe die 3 Wochen viel besser geschlafen und habe viel mehr geträumt. Ich finde es cool, dass ich mitgemacht habe und es war eigentlich auch nicht schwer.“

Erik: „Ich war mehr als sonst draußen und mache jetzt wieder mehr Sport. Mir hat das Experiment so gut gefallen, dass ich in Zukunft mein Handy weniger benutzen werde.“

Die Rückmeldungen aus der 6. Schulstufe zeigen deutlich, dass der bewusste Verzicht auf das Smartphone zahlreiche positive Auswirkungen haben kann. Den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern gebührt großes Lob: Sie nahmen das Experiment sehr ernst und hielten die drei Wochen konsequent durch.

Am 25. März 2026 war es schließlich so weit – die Handys wurden wieder an ihre Besitzerinnen und Besitzer ausgehändigt. Zwar war die Neugier groß, wie viele WhatsApp-Nachrichten sich in der Zwischenzeit angesammelt hatten, doch die Vorfreude auf das eigene Gerät fiel geringer aus als zu Beginn erwartet. Aus reiner Gewohnheit wurden einige Smartphones sogar noch am Tag der Rückgabe zuhause gelassen!

Und eines ließ nicht lange auf sich warten: die Frage aus der Klasse, ob das Experiment im nächsten Jahr wiederholt werden könne.

Text und Fotos: Mag. Birgit Leitner-Scherz